Die Geschichte der mechanischen Räderuhren und Pendeluhren
2025-08-05 10:09:45 - Text: Daniel Heckmann / Bild: Barbara A Lane Pixabay
Die Entwicklung mechanischer Uhren stellt einen bedeutenden Meilenstein in der Geschichte der Zeitmessung dar. Während frühe Kulturen noch auf Sonnenuhren, Wasseruhren und Kerzenuhren angewiesen waren, begann im 13. Jahrhundert ein neues Kapitel: Die mechanische Räderuhr wurde geboren.
Die Entstehung der Räderuhren
Im Europa des Mittelalters wurden erstmals Uhren mit einem gewichtsbetriebenen Räderwerk entwickelt. Dabei wurde ein Seil um eine Welle gewickelt, an dessen Ende ein Gewicht befestigt war. Durch das Herabfallen des Gewichts wurde die Welle gedreht, was wiederum Zahnräder und einen Zeigermechanismus in Bewegung setzte.
Allerdings war diese Bewegung zunächst ungleichmäßig. Um ein konstantes, langsames Drehen zu ermöglichen, kam ein Reguliermechanismus namens Bilyanz (auch Hemmung genannt) zum Einsatz. Er bestand aus einem schwingenden Stab mit zwei Lappen, die abwechselnd in das Zahnrad eingriffen und es nur stückweise weiterdrehen ließen.
Turmuhren und ihre monumentalen Ausmaße
Die frühen mechanischen Uhren waren groß und schwer, oft als Turmuhren in Kirchen oder Rathäusern installiert. Ein bekanntes Beispiel ist die Kreml-Uhr in Moskau, die ursprünglich 1404 vom Mönch Lazarus gebaut und später unter Zar Peter dem Großen und Nikolaus I. mehrfach überarbeitet wurde. Mit mehreren Etagen für Uhrwerk, Ziffernblatt und Glockenspiel war diese Uhr ein echtes technisches Wunderwerk ihrer Zeit.
Ihr Mechanismus bestand aus mehreren Antriebswellen, jede für einen spezifischen Zweck: Zeitanzeige, Glockenschlag, Viertelstundenschläge und Musikspiel. Die Uhren spielten bekannte Melodien, wie z. B. „Koll slawen“ oder später den „Internationale“, nachdem sie 1917 unter Lenin restauriert wurden.
Die Einführung der Feder und der Sekundenzeiger
Im 15. Jahrhundert wurden Uhren durch die Einführung der Feder wesentlich kompakter. Die ersten Tischuhren waren leichter, transportabler und erforderten kein großes Gewicht mehr als Antrieb. Mit der Zeit kamen auch neue Anzeigen hinzu: Um 1550 wurde die Minutenanzeige eingeführt, ab 1760 sogar die Sekundenanzeige.
Fazit
Die Geschichte der mechanischen Uhr ist ein faszinierendes Zeugnis menschlicher Erfindungskraft. Von groben Turmuhren mit tonnenschweren Zahnrädern bis hin zu präzisen Tischuhren mit Federwerken spiegelt sie den technologischen Fortschritt über Jahrhunderte hinweg wider. Auch heute noch faszinieren historische Uhren nicht nur Uhrmacher, sondern auch Technikliebhaber auf der ganzen Welt.